Freitag, 17. September 1999
«Reise in die Vergangenheit»
Anreise nach Calau – Treffpunkt bei Kubiks, abends Stadtfest. Alex ruft an, sagt er kommt erst morgen früh – was ihn wohl in Leipzig hält?
Samstag, 18. September 1999
Alex trifft um 7:00 Uhr ein, Bärbel begibt sich auf die Suche nach den Reisepässen. Abfahrt in Calau mit vier harten Bikern um 9:30 Uhr (Eigentlich war die Abfahrt für 8:00 Uhr geplant, aber das Stadtfest verlangte seinen Tribut.) Die zwölfstündige Autofahrt nutzt Thomas zum Trocknen seiner Hosen, die hatten in der Nacht unter Lisas offenem Dachfenster Tropfen fangen gespielt. Gegen 11:00 Uhr über die deutsch-polnische Genze. Allgemeine Müdigkeit. Bei «Jetzt geht’s aber los!» sind alle wieder wach – nur Bärbel läßt sich nicht mal durch heftiges Rütteln am Auto aufwecken. Ankunft in Jakubowo um 21:30 Uhr. Jörg war am Lenkrad angewachsen. Nach einer zünftigen Hundebegrüßung gab es Abendbrot: Suppe und anschließend Bigosch (Kartoffeln mit Sauerkraut) + 2 Bier. Spruch des Tages: «Was man nicht sieht, kann man nicht klauen.»
Sonntag, 19. September 1999
8:00 Uhr uffstehen / 9:00 Uhr Frühstück mit selbstgemachtem Ziegenkäse und hausschlachtener Marmelade, danach wählt Thomas sein Rad aus. Es hat vorn nur eine Bremsattrape und hinten bremst es mehr schlecht als recht – Christof: «3 Gänge reichen hier!» (aber welche???)… 10:30 Uhr Abfahrt – erster Zwischenstopp am Haus des Dichters … – erstes Treffen mit Bustouris (Bustouri: «Och, mit dem Fahrrad. Das wollte ich auch immer schon mal machen.», Antwort unsererseits: «Tja, das ist aber nun zu spät.») – weiterradeln nach Krutyn – Bierpause (ist auch auf dem Video). Anschließend 2 ½ h Paddeltour bis Ukta und weitere 2 h bis Novy Most (18 km Paddeltour) . Der Bootsvermieter erwartet uns dort mit unseren Rädern. Übernachtung in «Mazurski Eden». – 24 km
Montag, 20. September 1999
7:30 Uhr Bett verlassen / Off road Strecke zur Fähre inclusive Fahrrad tragen über Stock und Stein und zuguterletzt bergauf. Anschließend erste Glenfiddichbelohnung. Die Fähre um 11:10 Uhr ist schon 6 min weg, die nächste Fähre geht erst 12:10 Uhr – daraus folgt: Baden für Jörg & Bärbel – die Ruhe genießen Thomas & Alex. 12:10 Uhr Übersetzen, nach ein paar Kilometern verdienter Konsumstop in Wejsuny (Bier und Schokolade). Weiterfahrt nach Ruciane-Nida (Mittagessen), danach Rundtour um den See «Jeziovo Nidzkie» (geile Sandwege – haha) bis Pisz. Am Ortseingang fährt Bärbel mit zwei Jungen auf, aber nicht davon (Sie wollten ihr ein Hotel zeigen.) Jörg folgt in sicherer Entfernung und beide kommen sogar vereint bei Anbruch der Dunkelheit zurück. Ankunft 19:30 Uhr in – 55 km – Übernachtung im Hotel «Nad Pisa».
Dienstag, 21. September 1999
«Reise in die Vergangenheit» – 20 km Landstraße (einschließlich Konsum), danach ca. 5 km off road durch den Wald – Mittag in der alten Schmiede (Stara Kuznia), anschließend bewältigen der Reststrecke bis Gicycko mit den «verrückten» 5 min kurz vor «Wilkasy» – 62 km – Übernachtung im Hotel «Wodnik». Abendessen in der Pizzaria «Nicola» um 19:45 Uhr – Restbiereinfüllung bis 22:00 Uhr im Hotel mit Sahne und Kuchen. Spruch des Tages – Alex zu Bärbel: «Du mußt heute abend unbedingt zu mir kommen, spätestens morgen früh.» – Jörg: «Nö, nö, nö.»
Mittwoch, 22. September 1999
7:00 Uhr Weckruf aus Deutschland, danach Anruf von Frau Kubik bei Herrn Müller. Nach dem Frühstück erst mal Besichtigung der Zitadelle von Gicycko anschließend Shopping, danach fahren wir von Gicycko nach Kruklanki. Thomas hat keine Bremse mehr, deswegen fährt er auch wie ein Irrer an der nächsten Kneipe vorbei. An einer Tankstelle erhalten wir sozialistische Hilfe. Der Tankwart organisiert eine Fahrt nach Gicycko – Thomas & Jörg kaufen Reparaturteile / Bärbel & Alex schreiben in der Tankstelle Karten. Spruch des Tages von Bärbel, nach einem spendierten Schokoriegel: «Und wo bleibt der Kaffee?» Nach geglückter Reparatur – Mittagessen in Kruklanki (Jörg muß nur noch mal schnell den Reiseführer holen.) Danach Fahrt um den großen See «Goldapgar» (Goldauge) – Regenfahrt bis Sztyrort Duzy (Steinort), dort bekommen wir in einer tollen Kellerbar einen Schnaps spendiert. Besichtigung des Schlosses Sztynort (von Lehndorf) von außen – wegen Verfall geschlossen. Weiterfahrt durch Alleen mit 100-jährigen Eichen. Ziel der heutigen Etappe ist die Wolfsschanze – 60 km – Ankunft 2 min vor 19:00 Uhr, bis 19:00 Uhr gibt es Abendbrot – wir bekommen doch noch etwas, dank der treuherzigen und hungrigen Blicke von Jörg & Bärbel. Noch ein paar Bier und «Denn sie wissen nicht, was sie tun» in der Glotze – allerdings polnisch.
Donnerstag, 23. September 1999
Nach einem guten Frühstück Privatführung durch die Wolfsschanze – Dauer 2 h. Anschließend besteigen der Drahtesel und Fahrt über Rastenburg nach «Heilige Linde» – Besichtigung der Wallfahrtskirche mit ihrem einzigartigen Glockenspiel. Mittags O-Saft, Snickers und Kekse. Wir radeln bis zum nächsten Dorfkonsum, denn dort gibt es Bier. Weiter nach Mragowo (Pizzeria – Bier + Käsesuppe bzw. durchschlagende Eierflockensuppe) – anschließend telefonieren. Zielankunft in der Pension «Jakubowo» gegen 19:00 Uhr – 52 km. Schummelmax – und das Bier ist, laut Christof umsonst. Spruch des Tages von Jörg: «Da trink ich aber noch ein paar.»
Freitag, 24. September 1999
5:00 Uhr wecken – 6:00 Uhr Abfahrt mit dem Auto nach Osterrode. 8:00 Uhr Ankunft – Bärbel hält das Boot fest, wir suchen noch einen Parkplatz. Den Glücklichen schlägt keine Stunde, wir haben das Boot erwischt, die Fahrt auf dem Oberlandkanal beginnt. Jörg verläßt uns an der ersten Station (Milomlyn) mit dem Fahrrad und holt das Auto. Einfall rabbiater mecklenburgischer Bustouris an der nächsten Station (Maldyty) – die angenehme Ruhe ist dahin und eng wird es auch auf dem Kahn. An der Station Buczyniec steigt Jörg wieder zu. Gemeinsam überwinden wir die schiefen Ebenen des Kanals. Ende der Tour bei Jelonki um 17:00 Uhr – wegen Niedrigwasser. Alex und Jörg holen das Auto – 8 km. Weiterfahrt nach Malbork (Marienburg). Unterkunft im «zweiten» Hotel am Platz – das Burghotel ist voll.
Samstag, 25. September 1999
Besichtigung der Marienburg – im 14. und 15. Jh. Residenz der Hochmeister des Deutschen Ordens. Anschließend Heimfahrt. Diesmal nur 10 h dank geschickter Streckenwahl (abseits großer Städte.)
Fazit
253 (+8) km per Rad, 18 km paddelnd – Weniger Berge (und flacher), die Tücken der Strecke liegen eher im (teilweise nicht vorhandenen) Straßenbelag. Der Whisky hat gereicht – dank Konsum!!! – nächstes Jahr wieder mit Carsten…