Donnerstag, 20. September 2001
Thomas› Trainig auf dem Isarradweg. 1. Etappe: von München-Sendling nach Freising.
Freitag, 21. September 2001
Thomas› Trainig auf dem Isarradweg. 2. Etappe: von Freising nach Dingolfing.
Samstag, 22. September 2001
Fahrradtour 2001 Böhmerwald – Bayerischer Wald
Anreise mit der Deutschen Bahn (Wochenendticket für Bärbel, Jörg, Carsten, Ekki und Alex – Thomas stößt in Plattling dazu). Bayerisch Eisenstein – Zelezna Ruda – Spicak (8,82 km) Erster Materialausfall – Nach vollzogener Aufmunitionierung des Sponsorenanteils (DM-Anleihe am Geldautomat) reißt am ersten Berg, kurz vorm Bahnhof Bayerisch Eisenstein des Bikers Toepsers Kette. Die Stimmung erreicht ihren derzeitigen Höhepunkt bei der Instandsetzung mit all unseren uns zur Verfügung stehenden Werkzeugen – Hier wurde das erste Mal in die Trickkiste gegriffen. In Zelezna Ruda überwinden wir die Währungsunterschiede. Kubik macht den Ladenboss auf traditionelle Art und Weise für einen guten Wechselkurs gefügig (erinnere Dich an den Pförtner in Inveraray). Danach nehmen wir den ersten Anstieg von 3 km Länge zum Hotel Stella in Spicak in Angriff. Auf Balkonien beobachtet Herr Dr. Baselt mit Annette den Zieleinlauf – der Mann in Gelb ist vorn, Jens kann es gar nicht glauben. (8,82 km – 12,9 km Durchschnittsgeschwindigkeit) Der Abend wird bei reichlich Bier in der hoteleigenen Gaststätte beendet. Originalton Carsten: „Die haben zum Schluß so viel Schwachsinn erzählt, das konnte man sich gar nicht mehr mit anhören.“ Auch das abendliche Regierungsgespräch entschwindet dem Erinnerungsvermögen.
Sonntag, 23. September 2001
Nach dem Frühstück ist packen angesagt. Während eines Blickes über die Balustrade des Balkons in Kubiks Domizil ist dieser ziemlich überrascht und, ja man kann sagen, fassungslos, denn er fühlte sich unbeobachtet.
Anschließend erfolgt das traditionelle Gepäckwiegen. Bei dem Masse-Leistungsverhältnis gilt die alte Regel um so weniger kg ich mitschleppe um so besser ist die Chance am Berg nicht hinten zu sein und vor allem den Bergprämiensaft nicht transportieren zu müssen.
Ekki 12250 g Mr. Toepser 14400 g Carsten 15700 g Luigi 12500 g Bärbel 13900 g Jörg 15000 g Alex 15600 g
Wir verabschieden Annette, denn sie hat für die komplette Woche keinen Urlaub bekommen aber sie stößt am Donnerstag wieder zu uns. Das ist toll. Nach dem wir den Abzweig zum Bahnhof aus drei verschiedenen Richtungen genommen haben, gelingt es uns den richtigen Weg zum Teufelssee (Certovo Jezero) einzuschlagen. Der Anstieg ist höllisch, das liegt wohl an den Bierchen vom Abend zuvor. Am Teufelssee gibt es die erste Bergprämie, einen Schluck Glenfiddich. Anschließend nehmen wir den Schwarzen See (Cerne Jezero) in Angriff. Unser Weg führt uns, trotz vehementer Einwürfe von Thomas, quer durch den Wald. Beinahe hätten wir den Spicak erklommen. Auf dem Rückweg über Spicak nach Zelezna Ruda verfestigt sich die linke Pedale vom persönlich gebundenen Sachsen. Während der Bestellung des wohlverdienten Mittagsmales legt Carsten die Kügelchen frei und gibt dem guten Stück wieder den nötigen Freilauf. Von nun an gings bergan, ca. 9 km Steigung entlang der böhmisch – bayrischen Grenze. Orginalton eines betroffenen: „So was haben wir ja noch nie gemacht.“ In Nova Hurka verlieren wir erst einmal Carsten, er war auf der Suche nach Thomas. Dieser hatte sich jedoch unbemerkt an ihm vorbeigeschlängelt, Jörg und Alex werden mit der Besorgung des Quartiers beauftragt und zu diesem Zwecke vorausgeschickt. Mit letzter Anstrengung kämpft sich Herr Dr. Baselt an die beiden heran. („Hey Jungs, wartet mal.“) In Prasily (44 km) gelingt es dem Trio die Pension U Michala für uns zu gewinnen. Bis zum Eintreffen aller „Kämpfers“ wird erst einmal sukzessive Bier eingefüllt. Nach der Zimmerbelegung und der wichtigen heißen Dusche gibt es ein opulentes Mahl und als Belohnung eine Runde Rum. Schmeckt wie Gummibärchensaft und riecht auch noch so Klasse. Auf die telefonische Anfrage, wie es denn so wäre, artikuliert sich Ekki: „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde“. Den Abend beschließen wir bei der ersten Runde Schummelmax.
Montag, 24. September 2001
Wir beginnen den Tag mit einer leichten Lockerungsübung – dem „Satteln“ der Räder. Nach einer kurzen Ortsbesichtigung geht’s auf zum „Prasilsky jezero“. Dieser wunderschöne Bergsee liegt in einer Höhe von … mitten im Wald. Die Zufahrt verlangt uns alles ab, kurzzeitig verliert das Vorderrad die Bodenhaftung aber keiner gibt sich die Blöse und steigt ab. Überraschend taucht Alex am Hinterrad von Carsten auf. Dieser wähnte sich schon in Sicherheit und äußert verwundert: „Was hat denn der für eine Übersetzung aufgelegt“. Am Bergsee verweilen wir ein bisschen und lassen den Paparazzi ihren freien Lauf. Hier wurde der Spruch geprägt: „Mach unter Freunden niemals die Augen zu !“, welcher auf diversen Postkarten in die weite Welt übermittelt wurde. Die anschließende Abfahrt ist leider nur von kurzer Dauer, denn nach dem Erreichen des Hauptweges geht es wieder stetig bergan. Gegen Mittag erreichen wir das Moor „Trijezerni slat“ – hier werden wieder einmal die Tücken eines Selbstauslösers allen Beteiligten und zufällig sich von hinten nähernden Schubkarrenfahrern demonstriert. Von nun an geht es „gemütlich“ (vom Streckenprofil her betrachtet) in Richtung Modrava. Im ortsansässigen Hotel hat Mr. Kjubik bereits zwei Übernachtungen für uns gebucht. Eine gute Wahl. Nach dem Mittagsmahl, welches wir gegen 15.00 Uhr eingenommen haben, trennen sich kurzzeitig unsere Wege. Thomas begibt sich in die Mansarde mit dem Ziel seinem Knie etwas Ruhe zu gönnen (Böse Zungen sprachen auch von einem Aal …, dieses Tier kannte Bärbel scheinbar noch garnicht). Der Rest dreht eine Riemenrunde 8 km bergab, entlang der Vydra. In einer Hütte gibt es Pivo, Eis … je nach Gefühlslage. Die 8 km leicht bergan führende Rücktour wird als Rennen ausgetragen. Nach dem Erreichen der Straße geht dieses auch Herrn Kubik auf. Der Zieleinlauf ist klassisch: Carsten kurz gefolgt von Ekki, nach 4 min folgt den beiden Alex. Jörg hat ungeheuer aufgeholt und kommt nur 50 m danach ins Ziel. In seinem Windschatten fährt Bärbel. Zu guter letzt kommt Herr Dr. Baselt, er greift erst morgen an. (33,5 km) Den Abend beschließen wir mit einem erholsamen Saunabesuch.
Dienstag, 25. September 2001
Von Modrava geht es über Filipova Hut nach Horska Kvilda. Während unseres Boxenstops genießen wir einen Grog bzw. andere gaumenfreundliche Getränke.. Anschließend begeben wir uns auf den Weg nach Kvilda. Am Wegesrand liegt wieder mal ein Moor (Jezerni Slat), natürlich nehmen wir auch diese Sehenswürdigkeit mit. Es kommt zu Kukidentbandenberührung. Orginalton des Kukidentbandenreiseleiters: „So, jetzt gehen wir ins Moor.“ Und wir haben uns schon gewundert, wo die ganzen Leutchen noch hinwollten. In Kvilda treffen wir pünktlich zur Mittagszeit ein. Nach der landestypischen Gulaschstärkung besteigen wir die Drahtesel und nehmen Kurs auf die warme Moldauquelle. Entlang der bayrischen Grenze geht es nach deren Besichtigung zurück nach Modrava (36,6 km). Die Riemenrunde führt Carsten, Ekki und Alex von Modrava über Antygl und vorbei am Moor „Trijezerni slat“ wieder nach Modrava (23 km). Ursprünglich wollten Jörg, Bärbel und Jens diese abendliche Abschlußrunde mit fahren, jedoch kamen Sie nach Koordinierungsproblemen beim Betrachten der Karte zu dem Schluß, wieder umzudrehen. Orginalton von Hr. Dr. Baselt: Wo sind wir, wo ist das Hotel ? Tschüß ! Dem Abendessen schließt sich eine Billiardrunde an. Markanteste Handlung des Abends: Die Kömontage in der Wandhalterung.
Mittwoch, 26. September 2001
Abschied von Modrava mit all seinen Annehmlichkeiten. Wir nehmen erneut den Anstieg nach Filipova Hut zu warmmachen, die sich anschließende halsbrecherische Abfahrt versucht Jens B. als Geisterfahrer auf der linken Spur zu gewinnen (böse Zungen behaupten: Um Alimente zu sparen.) Unser erstes Bier nehmen wir in Kvilda ein. Anschließend begeben wir uns auf Grenzpatroullie. Der Radweg über Bucina führt entlang der bayrischen Grenze auf dem ehemaligen Kontrollpfad nach Strazny. Kurz vor Strazny begegnen wir „zahmen“ Wildschweinen, allerdings bleibt Ekki nicht so lange stehen bis Bärbel den richtigen Bildausschnitt gewählt hat. Am Ortseingang kommt Herrn Aurich die Überlegung bis 15.00 Uhr hier zu warten. Es beginnt zu regnen und wir trinken ein Bier und noch eins, danach noch eins und nach dem nächsten fährt der Drahtesel wie von selbst. Unser angestrebter Übernachtungsort heißt Stozec. Die atemberaubende Abfahrt in diesen Ort hinein gewinnt der persönlich gebundene Sachse, der todesmutige Herr Baselt nimmt die entscheidende Kurve nicht war und verliert deshalb den Anschluß. In Stozec finden wir nicht den gewünschten Unterschlupf. Es beginnt eine kleine Qdysee, denn auch nach weiteren 16 km kurven wir auch in Nova Pec vergebens nach einem Nachtlager. Aller Guten Dinge sind drei. In Bela Nova Pec steht das Hotel „Primola“ mit 7 Betten unter dem Dach. (61,5 km) Wir sind glücklich, denn es kommt der Sandmann im Fernsehen und wer das übersteht darf auch noch Fußballkost genießen. Als Gutenachttrunk gibt es Gummibärchensaft.
Donnerstag, 27. September 2001
Von Bela Nova Pec radeln wir nach Horni Plana. In einer Spitzenpension am Markt mieten wir uns für die nächste Nacht ein. Thomas schont sein Knie. Wir gehen also zu fünft auf Rundtour. Von Horni Plana setzen wir mit der Fähre über den Lipnostausee. Weiter geht es über Zadni Zvonkova entlang am Schwarzenberger Schwemmkanal zum Plesne jezero. Diesen Bergsee erreichen wir nach einem 3 km langen stetigen Anstieg. Die Rücktour führt uns vorbei am Tunnel des Schwarzenberger Schwemmkanals über Nova Pec nach Horni Plana. (61 km) Am Abend gesellt sich Anette wieder zu uns. Wir weihen Sie in die Geheimnisse von Schummelmax ein.
Freitag, 28. September 2001
In Horni Plana schnuppern wir die Luft der tschechischen Staatsbahn. Wir nutzen diese Transportmöglichkeit bis Nove Udoli mit einem kurzen Zwischenhalt in Cerny Kriz. In Haidmühle überqueren wir die Grenze und fahren auf dem alten, zum Fahradweg umgewandelten, Gleisbett nach Jandelsbrunn. Die weiteren Etappenpunkte sind Breitenberg – Wegscheid und schließlich das Etappenziel Obernzell an der Donau. (68 km) Unser lieber Jens ist mit Anette bereits mit dem Begleitfahrzeug voraus gefahren und hat die Pension für uns gebucht, nachdem er eine kleine Spende an die Tschechische Nationalparksverwaltung geleistet hat. Ekki und Carsten fahren noch nach Passau und zurück (man kann es auch übertreiben). Wir sitzen derweil beim Italiener und spielen Schummelmax.
Samstag, 29. September 2001
Von Obernzell geht es im Eiltempo nach Passau, um dort die Zeit mit Dombesichtigung (mit Mütze), Eisessen, Burgbesichtigung und Reifenwechsel zu vertrödeln. Der Burganstieg hat es in sich – 23%, einhellige Meinung – Klack, klack, klack. Der Reifenwechsel ist auch sehenswert – geile grüne Hosen. Von Passau geht es weiter über Vilshofen – Osterhofen (Gasthof zur Überfahrt) nach Plattling. Nach 94,7 km erreichen wir das von Jens und Anette gebuchte und bereits getestete Hotel. Auch die abendliche Lokalität hat er schon ausgesucht.
Sonntag, 30. September 2001
Rücktour per Zug und Wochenendticket. In Leipzig erwarten uns auf dem Hauptbahnhof Kerstin und Franzi. Der Aufbauurlaub endet mit der Verabschiedung der Biker auf einem der größten Sackbahnhöfe Europas. Für Thomas gibt’s in München nochmal 7 km Radfahren zum Abgewöhnen – vom Bahnhof nach Hause!
Fazit
Gesamtkilometer: 431,1 km
Markante Wortschöpfungen
„Es ist schon 10 min nach Bier.“
Wie ist Dein Puls ? Auf „Null“.
§ 1 Mach unter Freunden niemals die Augen zu …
§ 2 Einer Pasch wird grundsätzlich weitergegeben.
Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde.
Dopingliste
Glenfiddich
Rum (Gummibärchensaft)
Becherovka
Dextroenergen
Finalgon
Vipratox (Schlangengift)
PGC (Popsgleitchreme)
Pivo